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Taunuszeitung vom 23.9.2008
Laufen fürs Labor
Friedrichsdorf. Schon der Marsch von der Rhein-Main International Montessori School (RIMS) zum Spießwald war beeindruckend: Fast 300 Kinder in weißen T-Shirts, auf dem Rücken das Thema des Tages «RIMS-Lauf», auf der Brust die Namen der Sponsoren, die sich für den Spendenlauf gefunden hatten.
Die weiße Menschenschlange schob sich zügig über den Waldweg entlang zum Startpunkt an einer Wegkreuzung. Hier waren Tische mit Bechern und kästenweise Wassernachschub aufgebaut. Das Rote Kreuz war mit einem Wagen und Helfern da. Dann ging es gleich zur Sache. Projektmanager Russ Uhl verschaffte sich mit lauter Stimme Gehör und dirigierte mit seinen langen Armen die Kindermenge. «Ich bräuchte eine Glocke», sagte Uhl angesichts des Gedränges und Geschnatters. Aber dann ging es doch ohne. Etwa 30 Kinder setzten sich in Bewegung und waren schon eine Minute später nicht mehr zu sehen. Sie legten ein ordentliches Tempo vor. Dann der nächste Schwung.
Am Banner mit der Aufschrift «Finish» war zwar der erste Kilometer gelaufen. Den Kindern aber war das noch lange nicht genug. Eine Markierung auf dem Brustschild für die erste Runde, ein halber Becher Wasser und zurück auf die Piste – auf ein Neues. «Die Kinder laufen für unser naturwissenschaftliches Labor», sagte Dietrich Steinau, der Initiator des Spendenlaufs und Vorstandsmitglied der RIMS. Bislang musste die RIMS ohne eigenes Labor auskommen und für Versuche in die Philipp-Reis-Schule ausweichen. Diese Übergangszeit wird nun zu Ende gehen.
Nach der zweiten Runde waren viele Kinder erhitzt, die Pausen wurden etwas länger. Dann ging es aber mit frischem Mut weiter. Vivien etwa hatte sich fünf Kilometer vorgenommen. Ihre langen blon-den Haare tanzten beim Laufen auf und ab.
Aber auch die Drei- bis Sechsjährigen machten tapfer mit. «Ich nehme meinen Sohn jetzt an die Hand, dann schafft er noch eine Runde», sagte ein Vater und ermunterte den kaum hüfthohen Jungen zum Laufen.
Eine Überschlagsrechnung hatte es gegeben. Von etwa 12 000 Euro war die Rede. Das eigentliche Ergebnis aber stellte alles in den Schatten. Rund 20 000 Euro kamen zusammen. Der Champion lief satte 15 Runden. (mad)